In Brig werden die Weichen für die ODEC-Zukunft gestellt
Simplonexpress

Die Delegiertenversammlung des ODEC ist der Höhepunkt des Verbandsjahrs. Jeweils anfangs Mai treffen sich engagierte ODEC-Mitglieder, um wichtige Entscheide für die Zukunft zu fällen. Dabei kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz.

Der angeregte Austausch beginnt für einige Delegierte bereits im Speisewagen des Intercitys. Traumberuf, Jobwechsel, neue Herausforderungen, Erlebnisse an vergangenen ODEC-Anlässen und die Frage, welches Überraschungsrahmenprogramm sie wohl erwartet: All diese Themen haben Platz auf der Fahrt an die Delegiertenversammlung des ODEC in Brig. ODEC-Mitglied Thomas Uhr würde eigentlich bereits zum zweiten Mal als Delegierter amten. „Hoffentlich ergeht es uns dieses Jahr nicht wie vor zwei Jahren, als wir auf der Fahrt ins Tessin am Gotthard steckenblieben und unverrichteter Dinge heimkehren mussten“, meint er lachend. Simone Goetz, die Präsidentin der Region Nordostschweiz, vertieft sich derweil in die Traktandenliste, die zwei wichtige Punkte enthält: Die Wahl eines neuen ODEC-Zentralpräsidenten, der den Verband strategisch führt, sowie die Einführung einer Registermitgliedschaft, welche den Verband finanziell und personell stärken soll. 
Die von Ehrenmitglied Régis Zutter organisierte Versammlung in Brig ist bereits die 33. Delegiertenversammlung des Verbands. Am wichtigsten ODEC-Anlass des Jahres dürfen von jeder Mitgliedervereinigung eine bestimmte Anzahl ODEC-Mitglieder als Delegierte teilnehmen, die über die Stossrichtung des Verbands entscheiden. Die Anzahl Delegierter ergibt sich proportional aus der Anzahl Mitglieder, welcher einer Vereinigung angeschlossen sind. „Ich habe mich an der Mitgliederversammlung meiner Region als Delegierter gemeldet und wurde gewählt“, erzählt Logistiker Thomas Uhr. 

Berge, Wasserfälle und ein Schloss
In Brig ist schnell klar, worum es sich bei der „Surprise“ auf dem Programm handelt: Es geht auf lustige Fahrt mit dem „Kleinen Simplon Express“, welcher die Delegierten aus der ganzen Schweiz mit den Sehenswürdigkeiten von Brig und dem angrenzenden Naters bekannt macht. Bei ungetrübtem Sonnenschein zeigen sich diese vor beeindruckender Bergkulisse und sprudelnden Wasserfällen im besten Licht. Beim eindrücklichen Stockalperschloss ist Endstation; ein kurzer Spaziergang und die Delegierten erreichen die Mediathek, wo sie von den Mitgliedern des Zentralvorstands sowie von ODEC-Geschäftsführer Urs Gassmann in Empfang genommen werden. 

Der moderne Mann zeigt Gefühl
„Lohnt es sich, in Bitcoins zu investieren?“ oder „Wie kommt man ins Darknet?“ sind anschliessend einige der Fragen, mit denen ODEC-Mitglied Lothar Degen nach seinem Vortrag über die Blockchain-Technologie gelöchert wird. Das Thema eignete sich auch perfekt als Gesprächsstoff beim anschliessenden Steh-Lunch, den die Sonnenanbeter unter den Delegierten im Garten vor der Mediathek einnahmen. Bei Walliser Spezialitäten wie Auberginen-Rollen und Heida-Wein stärken sie sich für den offiziellen Teil des Anlasses am Nachmittag.
Dass der moderne Mann Gefühl zeigt, beweist der abtretende Zentralpräsident Patrick Hähni bei seiner emotionalen Abschiedsrede am Nachmittag. „Ich war stets stolz, Präsident dieses Verbands zu sein“, spricht Hähni mit feuchten Augen ins Mikrofon. Mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht zeigt sich hingegen Mirko Ganarin, der einstimmig als Nachfolger gewählt wird. Sein Plan ist klar: Ein HF-Gesetz muss her, damit die Hochschulen und Höheren Fachschulen endlich mit gleich langen Spiessen gemessen werden. Nach dem Genehmigen der Jahresrechnung und des Jahresberichts sowie weiteren formalen Abstimmungen widmen sich die ODEC-Leute dem feinen Dessert. Geschlemmt wird mit dem guten Gefühl, dass sich der ODEC auf dem nationalen Parkett schon bald wieder intensiv und mit neuem Elan für die Sache der Stufe HF einsetzen wird.

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